Gesundheit & Wellness

Einkaufsberatung: Nahrungsergänzungspräparate

Risikogruppen

Nahrungsergänzungspräparat? Viel Wissen hilft viel!

Sinn und Unsinn von einem Nahrungsergänzungspräparat ist immer wieder Gegenstand einer gegensätzlichen Diskussion mit zum Teil verhärteten Fronten. Wie viele Vitamine brauchen wir, um gesund zu bleiben? Enthalten unsere heutigen Nahrungsmittel tatsächlich weniger Nährstoffe als früher, und ist es notwendig, dies mit einem Nahrungsergänzungspräparat zu kompensieren? Kann man Vitamine mit einem Vitaminpräparat überdosieren, und wenn ja, gibt es verbindliche Richtlinien für die Inhaltsstoffe in einem Nahrungsergänzungspräparat? Wie so oft bei einander widersprechenden Meinungen findet sich die Wahrheit in der goldenen Mitte. Ein Nahrungsergänzungspräparat ist nicht immer empfehlenswert und gesund; es kann unter bestimmten Umständen aber nützlich und wichtig sein.

Wann ein Nahrungsergänzungspräparat sinnvoll ist

Im Allgemeinen ist der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen in unserem Kulturkreis ausreichend gedeckt, sodass gesunde Menschen kein Nahrungsergänzungspräparat benötigen. Auch, dass die Lebensmittel früher reicher an Nährstoffen waren und selbst gesunde Menschen vorbeugend ein Vitaminpräparat einnehmen sollten, entspricht nicht der Wahrheit. Vitaminverlust ist vielmehr auf zu starkes Erhitzen und unsachgemäße Lagerung zurückzuführen. Wer sicher gehen will, dass seine Nahrung den größtmöglichen Anteil an Nährstoffen enthält, ist mit nicht importierter, sondern lokal verfügbarer und dadurch meist frischerer Ware bestens beraten.

Jedoch gibt es Lebenssituationen, in denen eine erhöhte Vitaminzufuhr essenziell und die Einnahme von einem Nahrungsergänzungspräparat sinnvoll sein kann. Zu den sogenannten Risikogruppen – also Menschen, bei denen das Risiko einer partiellen Mangelernährung besteht – zählen insbesondere Schwangere, alte Menschen, Raucher, Alkoholiker, Veganer und Vegetarier. In all diesen Fällen handelt es sich jedoch nicht um das Risiko einer generellen Mangelernährung, sondern um ein Defizit an einem oder wenigen Vitaminen oder Spurenelementen. Diese Defizite ergeben sich aus den besonderen Lebensstilen bzw. Anforderungen an den Körper und sollten nach Möglichkeit durch ein speziell abgestimmtes Nahrungsergänzungspräparat bzw. Vitaminpräparat ausgeglichen werden, um das Gleichgewicht des Organismus' aufrechtzuerhalten.

Monopräparate

Ein individuell abgestimmtes Nahrungsergänzungspräparat

Seit Langem ist bekannt, dass Vitamin B9 alias Folsäure aufgrund seiner Bedeutung für die DNS-Synthese eine zentrale Rolle bei der Vermeidung schwerer Nervensystem-Schäden bei Ungeborenen spielt. Schwangere und solche, die es werden wollen, sollten nach Absprache mit dem behandelnden Arzt kurz vor und zu Anfang der Schwangerschaft unbedingt ein folsäurehaltiges Nahrungsergänzungspräparat einnehmen.

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegetarische oder vegane Lebensweise. Prinzipiell ist bei dem Verzicht auf tierische Produkte eine gesunde Ernährung möglich, ohne auf ein Nahrungsergänzungspräparat zurückgreifen zu müssen. Bei Vitamin B12 (Cobalamin) gestaltet sich dies allerdings schwieriger, da es nur in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft ausreichend vorkommt. Besonders, wer sich vegan ernährt, sollte über ein cobalaminhaltiges Nahrungsergänzungspräparat nachdenken, um sich vor degenerativen Blut- und Knochenerkrankungen zu schützen. Cobalamin übernimmt im Organismus ähnliche Aufgaben wie die Folsäure, jedoch an anderen Positionen im Synthese-Prozess. Eines der ersten Anzeichen für eine Unterversorgung ist ein Kältegefühl in Händen und Füßen. Cobalamin ist das einzige B-Vitamin, bei dem ein isolierter Mangel vorkommen kann, weswegen ein separates Nahrungsergänzungspräparat im Allgemeinen ausreichend ist.

Kombipräparate

Teamwork für die Gesundheit mit einem Nahrungsergänzungspräparat

Raucher sind besonders auf die antioxidative Wirkung von Vitaminen angewiesen, um vor Zellentartungen geschützt zu sein, weswegen ein Nahrungsergänzungspräparat durchaus Sinn macht. Vor allem die Vitamine A, C und E haben die Fähigkeit, freie Radikale zu binden. Radikale sind Formen des Sauerstoffs, die gesunde Zellen durch den Entzug von Elektronen destabilisieren können. Besonders Vitamin E kann diese Gefahr bereits in den Lungen entschärfen und wird durch Vitamin C seinerseits davor bewahrt, selbst zu einem freien Radikal zu werden. Für starke Raucher empfiehlt sich somit ein kombiniertes Vitaminpräparat. Vorsicht geboten ist allerdings bei Beta-Carotin. Diese Vorstufe des Vitamin A kann als chemisches Supplement in einem Nahrungsergänzungspräparat laut neuesten Forschungen Lungenkrebs sogar begünstigen, weswegen ein hoch dosiertes Nahrungsergänzungspräparat hier eher schadet als nützt.

Menschen, die gerne oder zwanghaft Alkohol trinken, sollten auf eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen des B-Komplexes achten. Eine chronische Unterversorgung mit Vitamin B1 (Thiamin) sowie Vitamin B12 (Cobalamin) wird mit dem Entstehen des Korsakow-Syndroms in Verbindung gebracht, einer dem Alzheimer ähnlichen Nervenzelldegeneration, die bei schwerem Alkoholismus auftreten kann. Da der Mangel an einem B-Vitamin selten allein kommt, ist eine gezielte Substitution aller B-Vitamine durch ein spezielles Vitaminpräparat empfehlenswert. Zuweilen sind wegen der erhöhten Leberaktivität auch die Vitamine A, D, C und K nicht in ausreichender Menge verfügbar, was aber gezielt durch ein Nahrungsergänzungspräparat ausgeglichen werden kann.

Überdosierungen

Zu viel des Guten im Nahrungsergänzungspräparat

Auch ältere Menschen können von einem Vitaminpräparat profitieren. Die Vitamine D und K stabilisieren die Knochen und schützen vor Osteoporose, Vitamin B1 (Thiamin) verringert das Risiko degenerativer Demenzerkrankungen, und die Antioxidantien sind im Rahmen der natürlichen Zellalterung von besonderer Bedeutung.

Bei der regelmäßigen Einnahme von einem breit gefächerten Vitaminpräparat ist jedoch auch Vorsicht geboten, da einige Vitamine überdosiert werden und dadurch bestimmte Organe schädigen können. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung hat auf ihrer Internetseite Richtwerte für Nährstoffe veröffentlicht, die ein Nahrungsergänzungspräparat nicht überschreiten sollte. Im Zweifelsfall ist eine Absprache mit dem behandelnden Arzt anzuraten, bevor ein Nahrungsergänzungspräparat eingenommen wird. Gefährlich und nicht selten ist die Überdosierung der Vitamine B3 (Niacin), B6 (Pyridoxin), A und D.

Grundsätzlich gilt, dass eine natürliche Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen einem Nahrungsergänzungspräparat bzw. Vitaminpräparat vorzuziehen ist; nicht zuletzt, weil eine Überdosierung durch die Wechselwirkung mit anderen Elementen wie etwa pflanzlichen Gerbstoffen so gut wie ausgeschlossen ist. Ein Nahrungsergänzungspräparat, das zu 100% den Tagesbedarf deckt, ignoriert, dass mit der täglichen Nahrung ebenfalls Vitamine aufgenommen werden, sodass eine Überdosierung vorprogrammiert ist. Nur, wenn die natürliche Ernährung den individuellen Bedarf nicht oder nicht mehr decken kann, ist ein Nahrungsergänzungspräparat gesund.

Inhaltsstoffe

Typische Kombinationen in einem Vitaminpräparat

Vitamin A (Retinol) ist ebenso wie die Vitamine D, E und K fettlöslich. Es unterstützt den Körper bei der Bildung der roten Blutkörperchen, hormonellen Prozessen und der Erhaltung der Sehkraft. Vitamin D (Calciferol) ist das einzige Vitamin, das unser Körper unter Sonneneinstrahlung aus Cholesterin selbst synthetisieren kann, und vor allem für den Knochenaufbau wichtig. Vitamin E (Tocopherol) hat in erster Linie eine antioxidative Wirkung, während Vitamin K (Phyllochinon) wegen seiner positiven Wirkung auf die Blutgerinnung auch als Koagulationsvitamin bezeichnet wird. Wegen einer möglichen Überdosierung sind die Mengenangaben auf einem Nahrungsergänzungspräparat zu beachten.

Vitamin C ist ebenso wie die B-Vitamine wasserlöslich, wirkt antioxidativ und verbessert die Aufnahme vieler Stoffe. Es sollte mit einem Nahrungsergänzungspräparat jedoch nicht bedenkenlos überdosiert werden, da dies laut neuer Studien Nierensteine begünstigt. Vitamin B1 (Thiamin) ist unter anderem an der Bildung des Botenstoffes Serotonin beteiligt, und Vitamin B2 (Riboflavin) ist zentral für den Zellstoffwechsel. Niacin (früher Vitamin B3) unterstützt die Verwertung von Eiweißen, Kohlehydraten und Fetten, und Pantothensäure (früher Vitamin B5) hilft beim Aufbau von Coenzymen. Vitamin B6 (Pyridoxin) ist essenziell für die Bildung von Aminosäuren. Vitamin B12 (Cobalamin) hat ebenfalls Teil an der DNA-Synthese und ist für die Bildung der roten Blutkörperchen unentbehrlich. Durch ein Nahrungsergänzungspräparat können zu große Mengen Niacin und Pyridoxin jedoch gefährlich werden. Ohne zwingende Indikation sollte ein Nahrungsergänzungspräparat nicht dauerhaft eingenommen werden.