Zeitreise
Der richtige Kinderwagen
Bei aller Fortschrittlichkeit und den damit verbundenen ständigen Neuerungen unserer Zeit ist die Geburt eines Kindes immer noch das Größte aller Wunder – erst recht, wenn es das eigene ist. Alles, was mit diesem kleinen Wesen zu tun hat, wird akribisch geplant und überdacht. Die Suche nach einem Kinderwagen ist eine der schönen, jetzt zu erledigenden Aufgaben. Das Angebot an Buggy & Co. ist immens groß und es gibt Einiges zu beachten, um die richtige Entscheidung treffen zu können. Dabei wollen wir doch nur eins: das Beste!
Andere Zeiten - andere Kinderwagen
Wir alle kennen noch die klassischen Kinderwagen, mit riesengroßen Rädern, fast kunstvoll geschwungenem Gestell und elegant geformter Sitzschale, die selbst einem Vorschulkind noch ausreichend Liegefläche bieten würde. Ein Luxusobjekt, dessen Optik auch heute noch alle Blicke auf sich zieht. Sinnvoll und schön für Sonntagsspaziergänge im Sonnenschein. Viel kleiner, aber ebenso nostalgisch schön, zeigten sich bis in die 60er diese süßen weißen Korbwagen, deren Räder derart klein und hart waren, dass sie sich zwar sehr gut zum Bau von Seifenkisten verwerten ließen, aber weniger dem komfortablen Transport eines Babys dienten. Erste pädagogisch wertvolle Entwicklungsschritte machte der Kinderwagen wohl in der 70ern in Form eines Sichtfensters im Verdeck. So hatten Neugeborene, die unter einem dicken Rüschenkissen versteckt wurden, wenigstens eine kleine Chance auf Tageslicht während der Spazierfahrt. Die Qual der Farbwahl für einen Kinderwagen stellte sich damals nicht. Mädchen wurden in rot und Jungen in blau durch die Stadt geschoben. Deutlich bunter und komfortabler wurde es dann in den 80ern und bisher ist entwicklungstechnisch auch bei Kinderwagen kein Stillstand zu erkennen.
Sicher sicher.
Der Kinderwagen, der Buggy und die nötige Sicherheit
Das Thema Sicherheit sollte beim Kinderwagen-Kauf natürlich oberste Priorität haben. Kinderwagen werden TÜV geprüft und das hat gute Gründe. Ein stabiles Gestell ist durchaus nicht immer selbstverständlich. Informieren Sie sich vor der Wahl Ihres Wunschkinderwagens also lieber über Materialien und angemessene Verarbeitung. Ein weiterer wichtiger Sicherheitsfaktor sind die Räder. Vier Räder sind sicherer als drei und je breiter der Radabstand desto stabiler steht der Kinderwagen. Die Feststellbremse sollte so konzipiert sein, dass beide Hinterräder gleichzeitig blockiert werden. Das ist die sicherere Variante. Manche Hersteller bieten Kinderwagen mit separaten Bremsen für jede Seite an – eine möglicherweise fragwürdige Funktion. Die Bremse sollte leicht zu betätigen sein, denn sie sollte lieber einmal zu viel als einmal zu wenig benutzt werden. Wie abschüssig manche Wege sind, merkt man oft erst wenn der Kinderwagen einmal unabsichtlich losgerollt ist. Lichtreflektoren - je mehr desto besser – sorgen für gute Sichtbarkeit im Dunkeln und tragen damit ausschlaggebend zur Sicherheit bei. Bei einem klappbaren Kinderwagen achten Sie bitte darauf, dass der Klappmechanismus zwar leicht zu handhaben ist, aber unbedingt durch zusätzliche Knöpfe oder Hebel gesichert sein muss, um versehentliches Zusammenklappen zu vermeiden.
Ansichtssache
Der Kinderwagen, der Buggy und die Optik
Natürlich sollte ein Kinderwagen nach praktischen Aspekten gewählt werden. Aber wir müssen uns nichts vormachen. Die Optik ist auch hier mitentscheidend. Ein Kinderwagen kann funktional noch so passend und mit allen TÜV-Siegeln der Welt versehen sein - wenn die Optik nicht unseren Vorstellungen entspricht, werden wir ihn nicht kaufen. Während früher kunterbunte Muster und lustige Figuren die Kinderwagen schmückten, sind heute sportliche Modelle in dezenten Farben der Trend. Knalliges Pink oder leuchtendes Blau sind zwar auch zu finden, jedoch meistens mit einer zweiten, weniger auffälligen Kontrastfarbe kombiniert. Schlicht ist schön, da scheinen sich nicht nur die Hersteller einig zu sein. Das Augenmerk beim Kinderwagen liegt viel mehr auf Funktionalität als auf Farbenvielfalt. Die Kinderwagen sind robust, praktisch, flexibel, wetterbeständig und den Tücken des Alltags gewachsen, damit Mütter und Väter unserem Zeitgeist entsprechend aktiv und flexibel am Leben teilnehmen und dem Familienzuwachs die Welt zeigen können, anstatt ihn bei Oma und Opa zu deponieren, wenn es etwas zu erleben oder zu erledigen gibt. Aber keine Angst, wenn Sie von einem nostalgisch schönen Kinderwagen oder einem 70er Retro Modell träumen. Es gibt sie noch und was spricht dagegen, einen Zweitwagen für Sonntagsspaziergänge und zum Flanieren auf der Einkaufsmeile anzuschaffen?
Qual der Wahl
Der Kinderwagen, der Buggy und die Auswahlkriterien
Eine gute Wahl ist sicherlich ein Kombikinderwagen. In der Anschaffung etwas teurer als ein „normaler“ Kinderwagen, dafür aber auch sehr viel länger nutzbar. Durch das Herausnehmen der Liegetasche, die sich hervorragend als mobile Schlafstätte eignet, lässt sich der „Kombi“ vom Kinderwagen zum Sportwagen umfunktionieren. Viele Modelle haben einen schwenkbaren Schiebegriff, was dem Baby sowohl den Blickkontakt zu den Eltern als auch die freie Sicht in „Fahrtrichtung“ ermöglicht. Gut gefedert auf vier Rädern lässt sich so wohlbehütet die Welt entdecken. Wer in der Großstadt lebt, wird einen sogenannten Jogger zu schätzen wissen. Der Jogger ist leichter als andere Kinderwagen, was ein wesentlicher Pluspunkt ist, wenn man häufiger Treppen zu bewältigen hat oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Auf drei Rädern, bei denen das vordere schwenkbar ist, lassen sich Hindernisse locker umfahren. Dass der Jogger weniger Platz beansprucht als Kinderwagen auf vier Rädern, ist ein weiterer Vorteil. Eine tolle Erfindung, auf die man als Elternteil kaum verzichten möchte, ist der Buggy. Für kurze Strecken und mit entsprechendem Sicherheitsgurt ausgestattet kann man ihn nutzen, sobald das Baby selbstständig sitzen kann. Der Buggy kommt aber auch noch zum Einsatz, wenn sich die Kleinen längst auf eigenen Beinen fortbewegen können, das aber gar nicht dauernd wollen. Längere Spaziergänge oder ausgiebige Einkaufsbummel werden kleineren Kindern schnell zu anstrengend. Ein Buggy ist in solchen Situationen unbezahlbar.
Zubehör
Babys Equipment und andere Wichtigkeiten
Um den ausgewählten Kinderwagen auch wirklich uneingeschränkt nutzen zu können, benötigt man passendes Zubehör. Vieles ist im Lieferumfang qualitativ hochwertiger Kinderwagen enthalten. Ein geräumiger Ablagekorb unter der Liegetasche zum Beispiel sollte unbedingt vorhanden sein. Eine Wickeltasche, meistens am Schiebegriff zu befestigen, um dem Baby den Po trocken und uns die Hände freihalten zu können. Ein wasserundurchlässiges Regenverdeck sollte man immer dabei haben und natürlich einen zuverlässigen Sonnenschutz für das andere Wetterextrem. Abgesehen von den hübschen kleinen Sonnenschirmchen gibt es auch praktische Sonnensegel für den Kinderwagen. Sie werden an Verdeck und Schiebegriff befestigt, decken also die gesamte Liegefläche ab und bieten so reichlich Schutz vor direkter Sonnenstrahlung. Vor Stechtierchen, die in Frühjahr und Sommer leicht zur Gefahr werden können, schützt ein entsprechender Insektenschutz. Für größere Geschwister gibt es sogenannte Buggy Boards. Sie lassen sich bei einigen Kinderwagen und Buggy Modellen an den Vorderachsen einhängen und bieten dem müde gelaufenen Geschwisterkind eine Mitfahrgelegenheit. Zusätzliche Leuchtmittel zum Schutz in der Dunkelheit gibt es in unterschiedlichen Varianten. Von Licht reflektierenden Teddyfiguren bis zu LED Leuchten, die sich mit Klettbändern am Kinderwagen oder Buggy befestigen lassen. Damit dem Wonneproppen unterwegs nicht langweilig wird, gibt es eine Riesenauswahl an bunten Kinderwagenketten, die tolle Klappergeräusche machen, Babys zu ersten Greif- und Tastversuchen animieren und jede Menge andere bunte Kleinigkeiten, von denen man nie genug haben kann.