Einkaufsberatung: Prozessoren

Der Prozessor – Das „Hirn“ des Computers

Der (Haupt-)Prozessor (häufig CPU für central processing unit abgekürzt) ist das Herzstück eines Computers und Hauptverantwortlich für die Leistung eines Computersystems. Bei der Zusammenstellung eines neuen Computers und auch bei der Aufrüstung bestehender Systeme sollte darum der Auswahl des Prozessors besondere Aufmerksamkeit zukommen.
Auf wenigen Zentimetern Größe vereinen moderne, üblicherweise aus Siliziumschichten bestehende, Prozessoren Millionen von Transistoren, deren Schaltungsvorgänge die Rechenleistung eines Computers bereitstellen. Die Taktfrequenz, die maßgeblichen Aufschluss über die Rechenleistung eines Prozessors gibt, wird normalerweise in Gigahertz (GHz) angegeben. Der Markt für Konsumenten-Prozessoren wird aktuell fast vollständig von den beiden amerikanischen Herstellern Intel und AMD (Advanced Micro Devices) versorgt.
Hier bekommen Sie einen Überblick über den aktuellen Prozessormarkt und was Sie bei der Auswahl Ihres neuen Prozessors beachten sollten.

Der Prozessor im System

Was muss ich bei der Auswahl beachten?
Intel Core i7 CPU
Bei der Auswahl eines Prozessormodells stellt sich zunächst die Frage, ob man Einschränkungen durch das restliche Computersystem unterworfen ist. Da der Prozessor auf der Hauptplatine des Systems, dem Mainboard (manchmal auch Motherboard genannt), verbaut wird, müssen beide Komponenten zueinander kompatibel sein. Das betrifft zunächst den Steckplatz des Prozessors, den Sockel oder Slot, aber auch die Taktfrequenz und Leistungsaufnahme des Prozessors müssen zum Mainboard passen. Im Handbuch oder auf der Webseite des Mainboard-Herstellers findet sich hierzu meistens eine Liste der kompatiblen Prozessormodelle. Desweiteren muss man beachten, ob die übrigen Komponenten des Systems (Arbeitsspeicher, Netzteil, Addon-Karten) und das gewünschte Betriebssystem mit dem Prozessor arbeiten können. Ist eine grundlegende Kompatibilität gewährleistet, kann man sich auf die Auswahl eines Prozessormodells stürzen.

Technisches

Spezifikationen von Prozessoren
Intel Xeon CPU
Es gibt auf dem schnelllebigen Computermarkt mittlerweile eine Vielzahl an Baureihen und Merkmalen bei Prozessoren, so dass der Auswahlprozess mitunter unübersichtlich und frustrierend sein kann. Zunächst sollte man sich vergegenwärtigen, wozu der Rechner, in den der neue Prozessor verbaut werden soll, genutzt wird. Möchte man aufwendige Spiele spielen oder Musik und Videos schneiden, so braucht man eine höhere Leistung als wenn man nur Emails schreiben und im Internet surfen will. Selbstverständlich ist nicht nur der Prozessor für die Leistung eines Computers verantwortlich, er kann aber sowohl der Flaschenhals als auch das Zugpferd im System sein.
Größtmögliche Leistung bekommt man heutzutage in den Top-Baureihen von Intel und AMD über Multicore-Prozessoren, also CPUs mit mehreren Rechenkernen. Anders als bei den vormals üblichen Singlecore-CPUs, teilen sich hier mehrere Rechenkerne die Aufgaben des Systems und verrichten deshalb die Arbeiten in höherer Geschwindigkeit und Effizienz. Gebräuchlich sind aktuell Desktop-Prozessoren mit zwei („Dual Core“), drei („Triple Core“) oder vier („Quad Core“) Kernen. Teilweise finden sich auch schon sechs („Hexa Core“) und acht („Octa Core“) Kerne. Mitunter ist die Anzahl der Kerne auch einfach als Zahl nach dem Modellnamen angegeben („X2“ / „X3“ / „X4“ usw.).
Die Taktfrequenz ist ein wichtiger Indikator für die tatsächliche Leistung eines Prozessors, jedoch sind auch andere Spezifikationen wie Größe des Zwischenspeichers („Cache“) oder die grundlegende Architektur des Prozessors relevant. Wer sich nicht eingehend mit der Bauweise von Prozessoren auseinandersetzen will, der informiert sich über das jewilige Marktsegment der einzelnen CPU-Baureihen.

Aktuelle Modellreihen

Baureihen von Intel und AMD und ihre Anwendungsbereiche

Intel
Auf Intel-Seite finden sich neben den inzwischen veraltetem Baureihen „Pentium 3“ und „Pentium 4“ aktuell die auslaufende Serie „Core 2 Duo“ und die neueren Serien „Core i3“, „Core i5“ und „Core i7“. Vereinfacht gesagt gilt hier: Je größer die Zahl, desto schneller. Die „Xeon“-Reihe von Intel bezeichnet Serverprozessoren und ist für den Privatanwender eher uninteressant. Für Notebooks ist die Benennung dieselbe wie bei den Desktop-CPUs, weshalb hier die Auswahl einfach gemacht wird.

AMD
AMD mischt spätestens seit der Baureihe „K7 Athlon“, dessen Folgegenerationen „K8 Athlon 64“ und „K9 Athlon 64 X2“ kräftig auf dem Markt für Privatnutzer mit. In der aktuellen Generation K10 gibt es drei Baureihen im Privatnutzer-Bereich: Die „Athlon“-, „Phenom“- und die „FX“-Reihe. In dieser Reihenfolge lässt sich auch eine ungefähre Gliederung der Leistungseinteilung vornehmen. Weitere Baureihen sind „Opteron“ für Server und „Turion“ bzw. aktuell „Athlon Neo“ für den Notebook-Bereich.

Kühlung

Too hot to handle?
AMD FX CPU mit Kühler
Mit steigender Leistung und immer kleinerer Bauweise von CPUs wurden Prozessoren mit der Zeit immer heißer, weshalb der Kühlung im Betrieb immer größere Bedeutung zukam. Reichte vor einigen Jahren noch ein einzelner Lüfter auf einem kleinen Kühlkörper aus Metall, so muss man sich bei High-End-Systemen inzwischen mehr Gedanken über das Kühlkonzept machen. Die am meisten verbreitete Art zur Kühlung eines Prozessors ist zwar immer noch Luftkühlung, allerdings sind heutige Kühler meistens sehr groß. Ein moderner Kühler wird über dem Prozessor installiert und leitet die Wärme im Betrieb über Metalllamellen vom Prozessor weg. An den Lamellen wird meistens ein großer Lüfter befestigt, der die Abwärme aus dem Gehäuse leiten soll und gleichzeitig kühle Luft ansaugt. Die Leistung eines Prozessorlüfters kann durch die Installation von zusätzlichen Gehäuselüftern noch deutlich gesteigert werden. Zu beachten ist, ob ein sehr großer Kühlkörper in das verwendete Computergehäuse passt und dass der Kühler aufgrund seines Gewichts nicht zu starken Erschütterungen ausgesetzt sein sollte. Ansonsten läuft man Gefahr das Mainboard zu beschädigen.
Wer Wert auf sehr hohe Kühlleistung legt oder sich am Lüftergeräusch stört, der kann das System auch mit einer Wasserkühlung bestücken, bei der kaltes Wasser über Schläuche durch den Computer geleitet wird und so die Hitze ableitet. Geräuschlos ist eine Wasserkühlung jedoch auch nicht, da das Wasser über eine Pumpe ständig in Bewegung gehalten werden muss. Zudem ist eine Wasserkühlung in der Anschaffung meist deutlich teurer als eine Luftkühlung.