Einkaufsberatung: Hygiene

Hygiene

Hygiene und Körperpflege, wie man sie heute kennt, spielten bis zur Erfindung der Seife im 7. Jahrhundert keine große Rolle. Zu Zeiten des römischen Reichs ahnte der römische Arzt Marcus Terentius Varro, dass Mikroorganismen die Verursacher von Krankheiten sein könnten, doch gab es noch keine Möglichkeit diese Sachlage zu beweisen, außer dadurch, dass unter Quarantäne gestellte Menschen nicht krank wurden oder Krankheiten weiter verbreiteten.

Der Begriff der Hygiene existiert erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als dem fortschrittlichen, ungarischen Arzt Ignaz Semmelweis der Beweis gelang, dass Desinfektion die Übertragung von Krankheiten eindämmt und die Gefahr von Infektionen verringert. Unvorstellbar, dass bis dahin sogar bei Ärzten der Glaube vertreten war, dass Wasser und Luft schädlich für den Körper seien und der Körper durch Kleidung vor diesen "schädigenden" Einflüssen geschützt werde. Ärztliche Instrumente wurden bis dahin nicht desinfiziert, Operationskleidung nicht gewaschen und Krankheiten und Keime wurden von Patient zu Patient übertragen, durch ungewaschene Hände, schmutziges Wasser und bereits für andere Patienten genutzte Schwämme.

Nach dem wichtigen Nachweis von Semmelweis, spielte die Hygiene eine immer größere Rolle, besonders in Krankenhäusern und Operationssälen, später breitete sich der Anspruch nach Hygiene in allen Lebensbereichen immer weiter aus. Hygiene ist inzwischen als die "Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit" definiert, bedeutet also die Vorbeugung von Infektionskrankheiten, insbesondere durch Reinigung, Desinfektion und Sterilisation.

Heute können wir uns diese unhygienischen Zustände und ein Leben ohne hygienische und desinfizierende Produkte wohl kaum mehr vorstellen. Hygine und Körperpflege, gehören zu unserem alltäglichen Leben, wie Essen, Schlafen und Atmen und gerade in Zeiten von EHEC und ähnlich übertragbaren Krankheiten boomt der Desinfektionsmarkt und unzählige neue und neu aufgelegte Hygiene-Produkte überrollen den Markt. Doch nicht in Panik geraten, denn übermäßiges Desinfizieren kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen, denn die natürliche Hautflora sollte unter allen Umständen erhalten bleiben.

Es ist heutzutage ganz normal nach jedem Toilettengang gründlich die Hände gewaschen zu waschen und eventuell sogar zu desinfizieren, auch vor dem Essen und nachdem, beispielweise bei einer Bahnfahrt Haltegriffe festgehalten und Türöffner betätigt wurden, sollten die Hände gewaschen werden. Kleinere und größere Wunden werden wie selbstverständlich mit einem Desinfektionsmittel gereinigt und mit Pflastern, Verbänden, Bandagen, Mullbinden und Kompressen versorgt, in vielen Handtaschen finden sich heutzutage Handdesinfektionsmittel und antiseptische Tücher und Desinfektionssprays.

In den Supermärkten und Drogerien findet sich in der Hygiene- und Körperpflege-Abteilung eine breite Auswahl an Produkten zur Intimpflege, wie Tampons,  Binden und Slipeinlagen, in den verschiedensten Größen, Formen und Stärken für unterschiedlichste Ansprüche und Anlässe. Für Menschen mit Inkontinenz oder auch Harninkontinez gibt es spezielle Einlagen, Urinalkondome oder Einwegslips, die die Last dieser tabuisierten Krankheit lindern können. Selbst bei Toilettenpapier, ob einlagig, zweilagig, bis hin zu fünf Lagen, recycelt oder nicht, mit Muster oder im klassichen Weiß, fällt die Wahl anhand der riesigen Auswahl schwer. Das hätte Ignaz Semmelweis im 19. Jahrhundert in seinen süßesten Träumen nicht vorstellen können.