Einkaufsberatung: Medikamente

Altbewährtes

Arzneimittel und Medikamente - die Garanten unserer Gesundheit!?

Arzneimittel und Medikamente gelten als Garanten dafür, dass wir Menschen heute immer älter werden und dieses Älterwerden auch mit mehr Lebensqualität einhergehen kann. Welche epochalen Neuerungen gab es im Lauf der Medizingeschichte im Bereich Medikamente sowie Arzneimittel in Forschung und Entwicklung? Welche Auswirkungen auf unser Leben heute hatten die Entdeckung lebensrettender Arzneimittel wie Penicillin oder wichtiger Impfstoffe, mit denen Seuchen zumindest in den reichen Ländern der Welt weitestgehend ausgemerzt wurden? Was ist der Unterschied zwischen einem OTC Arzneimittel, einem apothekenpflichtigen Medikament und einem Arzneimittel, das verschreibungspflichtig ist - und was sind überhaupt Generika?

Vom Weidenrindensud zum Aspirin

Aspirin als Name für Arzneimittel verwenden wir heute wie "Tempo" für Papiertaschentuch oder "Tesa" für Klebestreifen: Der Markenname Aspirin steht für ein Produkt, das Acetyl-Salizyl-Säure in unterschiedlicher Konzentration enthält und das als "eierlegende Wollmilchsau" der Medikamente gilt: Fieber senkend, Schmerz lindernd, Herzinfarkten vorbeugend. Seit 1977 steht es auf der Liste der Weltgesundheitsorganisation WHO unter "unverzichtbare Medikamente." Eine Vorstufe der Acetyl-Salizyl-Säure - kurz ASS genannt, kannten schon die antiken Ärzte: Bereits Hippokrates setzte den Sud der Weidenrinde als Medikament gegen Fieber und Schmerzen ein. Das erstmals 1874 in Radebeul synthetisch hergestellte Arzneimittel ASS enthält allerdings auch noch einen sogenannten Thrombozyten-Aggregations-Hemmer (TAH). Ein Stoff, der verhindert, dass sich insbesondere in den Arterien Blutgerinnsel bilden, weshalb ASS insbesondere zur Vorbeugung von Herzinfarkten und ganz allgemein auch bei Durchblutungsstörungen eingesetzt wird. Weil TAH Medikamente dadurch allerdings auch die Blutgerinnung hemmen, darf ASS vor Operationen mindestens sieben Tage lang nicht verabreicht werden. Auch Kindern unter 16 Jahren sollte ASS als Arzneimittel nicht verabreicht werden, weil es das Reye-Syndrom hervorrufen kann, eine häufig tödlich verlaufende Krankheit, die mit Hirnschädigungen und Leberdegenerationen einher geht. Hier sollte auf alternative schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol zurück gegriffen werden.

Den Tod besiegt

Pocken, Cholera und Co. - Medikamente und Impfstoffe gegen Seuchen

Die Geschichte der Vorbeugung (Prophylaxe) gegen gefährliche Krankheiten hängt eng mit der Erkenntnis von Immunität zusammen. So entdeckte der britische Arzt Edward Jenner im 18. Jahrhundert, dass Arbeiter, die sich mit Kuhpocken infiziert hatten, von den tödlichen Menschenpocken verschont blieben - immun gegen eine Krankheit waren, gegen die es, einmal ausgebrochen, keine Medikamente oder Arzneimittel gab. Somit verabreichte er in Form einer Impfung - Vakzination - den Menschen Kuhpocken. Es kam zu einer aktiven Immunisierung, das heißt: Durch die Impfung mit abgeschwächten Erregern bildete der menschliche Körper selbst so viele spezifische Abwehrstoffe, dass ihm nun auch die zuvor tödlichen Menschenpocken nichts mehr anhaben konnten. Auf dieser Methode basierten auch die Entwicklungen des Chemikers Louis Pasteur, der 1880 einen Impfstoff gegen Cholera bei Hühnern entwickelte und bereits 1884 durch aktive Immunisierung einen Patienten von der Tollwut heilte. Emil von Behring war es dann, der Medikamente und Arzneimittel in Form von Antitoxinen entwickelte. Er hatte nämlich festgestellt, dass gesunde Tiere, denen giftiges Blut von bakteriell infizierten Tieren übertragen wurde, dagegen körpereigene Stoffe entwickelten, die dieses Gift bekämpfen, die so genannten Antitoxine. So entwickelte er ein Blutserum gegen Diphtherie, indem er Patienten mit solchen - von anderen Menschen oder Tieren gebildeten - Antitoxinen impfte und so Medikamente entwickelte, die eine passive Immunisierung ermöglichten - der Körper muss keine eigenen Abwehrstoffe mehr bilden.

Penicillin

Antibiotika als Lebensretter - Wie Alexander Flemming die Welt der Medikamente revolutionierte

1928 entdeckte der schottische Bakteriologe Alexander Flemming die Keim tötende Wirkung des Schimmelpilzes der Gattung Penicillium, wofür er 1945 den Nobelpreis bekam. Aber erst 1944 stellten britische Forscher fest, dass Penicillin in die Blutbahn gebracht werden muss, um seine Wirkung zu entfalten. Wichtig für die Entwicklung penicillinhaltiger Medikamente war auch die Entdeckung, dass dieser Schimmelpilz besonders gut auf Melonen wuchs. Dadurch konnten diese Medikamente in größeren Mengen hergestellt werden und retteten seither vielen Menschen das Leben. Denn erst seit dieser Zeit können Streptokokken-Infektionen, die Krankheiten wie Hirnhautentzündung, Scharlach oder Lungenentzündung auslösen, durch penicillinhaltige Arzneimittel erfolgreich bekämpft werden.

Wie antibiotische Medikamente wirken? Auch Penicillin ist ein Antibiotikum; das heißt, es ist schädlich für lebende Zellen. In diesen Zellen blockieren sie lebenswichtige Stoffwechselvorgänge und verhindern deren Vermehrung. Die meisten Antibiotika - auch das Penicillin - zielen auf die Zellen von Bakterien und anderen Krankheitserregern, was auch erklärt, weshalb antibiotikahaltige Medikamente nicht bei Viruserkrankungen eingesetzt werden. So unentbehrlich und lebensrettend Antibiotika auch sind: Es gibt auch eine Kehrseite der Medaille bei diesem hochwirksamen Arzneimittel. So warnt etwa die Weltgesundheitsorganisation WHO davor, allzu sorglos antibiotische Medikamente einzunehmen. Gegen immer mehr Antibiotika würden sich Resistenzen bilden; d.h., sie wirken nicht mehr gegen gefährliche Infekte, was insbesondere für die weltweite Bekämpfung der Tuberkulose problematisch ist.

OTC Medikamente

OTC heißt "over the counter" - immer mehr Medikamente sind frei verkäuflich

Als OTC-Arzneimittel gelten alle Medikamente, die zwar apothekenpflichtig sind - somit nur unter der Aufsicht eines ausgebildeten Apothekers verkauft werden dürfen; die aber nicht verschreibungspflichtig sind. Was wir beim Kauf von OTC-Arzneimitteln aber dennoch unbedingt beachten müssen: Auch wenn diese Medikamente als ungefährlich für die Selbsttherapie gelten, so trifft dies nur zu, wenn OTC-Medikamente bestimmungsgemäß eingenommen werden. Sorgfältiges Lesen der Packungsbeilage ist somit oberstes Gebot. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente werden seit 2004 größtenteils auch nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ausnahmen sind Medikamente für Kinder bis 12 Jahre und in bestimmten Fällen - wenn Kinder Störungen in ihrer Entwicklung aufweisen - Arzneimittel für Jugendliche bis 18 Jahre. Die Tatsache, dass wir Patienten diese Medikamente aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, gab auch der Entwicklung so genannter Generika Auftrieb. Dabei handelt es sich um Medikamente, die die gleiche qualitative und quantitative Zusammensetzung haben, wie die Referenzprodukte. Als Referenzprodukte gelten Medikamente und Arzneimittel mit einem neuen Wirkstoff, die erstmals auf dem pharmakologischen Markt angeboten werden. Diese Produkte sind zunächst patentgeschützt, können aber nach einiger Zeit als Generikum nachproduziert werden. Da hierbei teure Forschungskosten entfallen, können Generika sehr viel kostengünstiger produziert werden, wovon wir als Selbstzahler wiederum profitieren. Bedenken, so die Hersteller, müssen wir als Verbraucher hier keine haben; denn, so die Hersteller, Generika entsprechen in Qualität und Wirksamkeit nachweislich den Referenzprodukten.

Alternativen

Schulmedizin oder Homöopathie? Pharmakologie im Vergleich

Der Ausdruck Pharmakologie leitet sich vom griechischen Wort Pharmakon her; das heißt auf Deutsch sowohl Gift als auch Heilmittel, womit schon Fluch und Segen der meisten Medikamente und Arzneimittel beschrieben sind. Wirkungsweisen der Medikamente wollen genau beachtet werden; Viel hilft nicht immer viel - und manchmal, davon sind immer mehr Menschen überzeugt - können homöopathische Mittel besser, zumindest schonender helfen, als so genannte schulmedizinische Arzneimittel. Worin unterscheiden sich nun Homöopathie und - wie die Homöopathen sagen - Allopathie und was sollten wir über beide pharmazeutische Varianten wissen? Ganz kurz zusammengefasst heißt Homöopathie: Heilen durch Gleiches. Tränende Augen und eine schniefende Schnupfennase werden deshalb homöopathisch z. B. mit allium cepa, einem Wirkstoff der Küchenzwiebel behandelt, die ja bekanntlich auch die Tränen zum Fließen bringt. Schulmedizinisch - oder allopathisch - wird nach dem Gegensatzprinzip behandelt. Bei Durchfall wird dann ein Arzneimittel gegeben, das Verstopfung erzeugt und umgekehrt und bei Schmerzen ein Mittel, das betäubt. Als informierte Patienten sollten wir uns über die Möglichkeiten und Grenzen homöopathischer und schulmedizinischer Medikamente und Arzneimittel im Klaren sein, Vorteile und Nachteile abwägen und so selbst bestimmt die jeweils beste Variante für uns ermitteln.