Einkaufsberatung: Bügeleisen

Glatt gemacht!

Vom Bügeleisen zum Dampfbügeleisen - oder der andere Kampf gegen Falten



Beim Thema "Griff zum Bügeleisen" scheiden sich die Geister. Die Einen sind schon geplättet, wenn sie nur ans Bügeln denken; Andere dagegen mögen es, wenn das Dampfbügeleisen zischt und man nebenher so schön Fernsehen, Musik hören oder einfach seinen Gedanken nachhängen kann. Aber ganz gleich, zu welcher Gruppe Sie gehören: Bügeleisen oder Dampfbügeleisen gehören heute einfach zur Grundausstattung an elektrischen Haushaltsgeräten. Verfolgen wir deshalb das Bügeleisen und seine Geschichte - und schauen wir uns um auf dem Markt der Bügeleisen, der ja seit einiger Zeit ganz im Zeichen von Dampfbügeleisen und ihren komfortablen Weiterentwicklungen steht.

Das Bügeleisen in der Kulturgeschichte - Seidenglätte hat ihren Ursprung in China

Wer von uns kennt sie nicht, die berühmte Episode aus "Max und Moritz" von Wilhelm Busch. Vielleicht haben ja auch Sie als Kind beim Lesen dieser Geschichte in Versen zum ersten Mal erfahren, wofür ein Bügeleisen noch so verwendet werden kann? War es doch ein eben solches, das die Lebensgeister des armen Schneidermeisters Böck wieder weckt. Wir erinnern uns: Die von den bösen Buben angesägte Brücke brach unter Meister Böck zusammen. Er selbst fiel ins Wasser und landete letztlich mit schwerem Magengrimmen wieder zu Hause, wo Frau Böck beherzt zum Bügeleisen griff: Und dieses heiße Bügeleisen - auf den nassen und ausgekühlten Leib gebracht - hat dann alles wieder gut gemacht. Rein funktional handelte es sich also bereits damals schon um eine Art Vorstufe des späteren Dampfbügeleisens ... Zurück verfolgen lässt sich das Bügeleisen übrigens bereits in die vorchristliche Zeit. Bekannt ist nämlich, dass schon die Chinesen der HAN-Dynastie um 200 v. Chr. eine Art von Bügeleisen benutzten, und zwar in Form eines Pfanneneisen: Glühende Kohlen wurden mit Sand vermischt, um die Wärme besser zu halten, und dann in eine Pfanne gefüllt, womit nun die chinesischen Seidengewänder platt gemacht wurden.

Eisen im Feuer

Bügeleisen wörtlich genommen - oder der lange Weg zum modernen Dampfbügeleisen

In der uns heute noch vertrauten Form sind Bügeleisen seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Sie bestanden aus einer schweren Metallplatte mit Griff, die auf dem Ofen erhitzt wurde. Da diese Art von Bügeleisen schnell erkaltete, wurden sie meist mit einem Wechselgriffsystem verwendet: Auf dem Herd lagen immer mehrere Bügeleisen; sobald das benutzte Eisen kalt geworden war, wurde es zurück auf die heiße Herdplatte gelegt und ein neues, heißes Bügeleisen kam unter den Wechselgriff. Der Ausdruck "mehrere Eisen im Feuer haben" stammt aus dieser Zeit. Und auch wenn wir heute darunter eher verstehen, dass sich jemand gegen Risiken so absichert, dass er sich mehrere Hintertürchen offen hält - damals zeugte der Spruch von der doch recht mühsamen Art, mit dem Bügeleisen umzugehen. Eine erste Weiterentwicklung war dann im 17. Jahrhundert das hohle Bügeleisen aus Messing: Da hinein wurden eiserne Platten geschoben, die zuvor im Feuer erhitzt wurden und so die Hitze länger speichern und kontrollierter abgeben konnten. Ihrer Form wegen wurden diese Metallplatten für Bügeleisen auch Ochsenzungen genannt. Wenn wir heute zum Bügeleisen greifen, erinnern wir uns vielleicht noch an das sogenannte Ärmelbrett als Hilfe zum Hemdenbügeln. Bis weit ins 20. Jahrhundert gab es allerdings noch so kuriose "Bügelhilfen" wie Krawattenbügler oder die Bügelklemme zum exakten Fixieren der Bügelfalte.

Risiko

Gefahr im Verzug - Bügeleisen als Risiko für Leib und Leben

Eine nicht ganz ungefährliche Entwicklung nahm das Bügeleisen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Hierbei wurden die Bügeleisen direkt über einen Schlauch an die Gasleitung angeschlossen. Eine Variante, die vor allem in professionellen Heißmangel-Stuben verwendet wurde, die aber das nicht unerhebliche Risiko barg, dass der Zuleitungsschlauch mit der Zeit undicht wurde. Eine andere Möglichkeit, sein Bügeleisen mit Gas zu betreiben bestand darin, ein hohles Bügeleisen mit Luftlöchern an der Spitze direkt über der offenen Gasflamme zu erhitzen. Mit der Verbreitung der elektrischen Bügeleisen in den 20-iger Jahren des 20. Jahrhunderts verabschiedete sich diese gefahrvolle Variante der Verwendung von Bügeleisen sang- und klanglos. Bemerkenswert ist, dass der Durchbruch für die elektrischen Bügeleisen in Form von Reise-Bügeleisen erfolgte. Elektrizität war teuer! Wer sich einen elektrischen Anschluss leisten konnte, hatte meist genügend Personal - und eher selten Interesse daran, den Hausangestellten das Leben mit einem elektrischen Bügeleisen zu erleichtern. So wurde zum Beispiel das berühmte Bügeleisen der Fa. C.H. Crane und Co. aus England noch bis 1940 produziert und verkauft. Es handelte sich dabei um ein Gerät, das sich Isaak Wilkinson bereits 1738 patentieren ließ. Auf Reisen war das allerdings ganz anders. Da leistete das elektrische Bügeleisen aufgrund seiner leichten und schnellen Handhabbarkeit auch den wohlhabenden bürgerlichen Herrschaften gute und erwünschte Dienste.

Dampf machen!

Auf dem Weg zur Bügelstation - moderne Bügeleisen von heute

Auch ein modernes Bügeleisen besteht aus einem Griff und einer elektrischen Platte, der Bügelsohle, womit das Bügeleisen mit dem zu glättenden Stoff in Kontakt tritt. Heute werden aber zum Glätten nicht mehr nur Druck und Temperatur eingesetzt; der Siegeszug der Dampfbügeleisen hat gezeigt, dass Feuchtigkeit, die direkt aus der Sohle des Geräts austritt, den eigentlichen Bügelvorgang verkürzt und das Bügeln selbst erleichtert. Schauen wir uns ein modernes Dampfbügeleisen in Form einer leistungsfähigen Bügelstation einmal genauer an: Bei einer Bügelstation ohne Brett - der am weitesten verbreiteten Variante - handelt es sich um ein Gerät, das mittels eines Schlauchs mit einem Wassertank verbunden ist. Dieser Wassertank ist beheizbar; der Dampf wird also nicht im Dampfbügeleisen selbst, sondern extern erzeugt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Verglichen mit einem herkömmlichen Dampfbügeleisen, das sehr häufig nachgefüllt werden muss, garantiert der bis zu 1,6 Liter fassende Wassertank einer Bügelstation kontinuierliches Bügeln ohne lästige Unterbrechung. Außerdem wird das Bügeleisen dadurch leichter, weil das Wasser um Dampf zu erzeugen jetzt nicht mehr mitbewegt werden muss - und sich so leichter handhaben lässt. Manche Modelle können sogar während des Bügelns nachgefüllt werden. Ansonsten funktionieren Bügelstationen genau so wie andere Bügelgeräte auch: Die Temperatur kann mit einem Regler auf 110°C, 150°C oder maximal 220°C eingestellt werden, wobei ein eingebauter Thermostat mittels Bimetallstreifen verhindert, dass sich die Dampfbügelstation überhitzt.